West-Nil-Virus beim Pferd
Das West-Nil-Virus (WNV) ist eine durch Stechmücken übertragene Viruserkrankung, die sowohl Vögel, Pferde, als auch Menschen betreffen kann. In den vergangenen Jahren wurden in Deutschland zunehmend Fälle nachgewiesen, sodass die Erkrankung auch für Pferdehalter an Bedeutung gewinnt.
Wie wird das West-Nil-Virus übertragen?
Die Übertragung erfolgt hauptsächlich durch infizierte Stechmücken. Diese nehmen das Virus beim Blutsaugen an infizieren Wildvögeln auf und können es anschließend auf Pferde übertragen. Eine direkte Ansteckung von Pferd zu Pferd oder von Pferd auf Mensch ist nicht möglich. Pferde gelten als sogenannte „Endwirte“, da sie das Virus nicht weiterverbreiten können.
Das Risiko einer Infektion ist insbesondere in den warmen Monaten zwischen Frühjahr und Herbst, die Zeit während der Stechmücken besonders aktiv sind, stark erhöht.
Welche Symptome treten auf?
Die meisten betroffenen Pferde zeigen keine oder nur sehr milde Krankheitsanzeichen. In einigen Fällen kann das Virus jedoch das Nervensystem befallen und schwerwiegende neurologische Symptome verursachen.
Mögliche Anzeichen einer Erkrankung sind:
> Fieber
> Mattigkeit und Leistungsschwäche
> Unsicherer Gang und Koordinationsstörungen
> Schwäche der Hinterhand
> Stolpern oder Gleichgewichtsstörungen
> Wesensveränderungen
> In schweren Fällen: festliegen
Treten neurologische Symptome auf, sollte dringend ein Tierarzt hinzugezogen werden. Eine frühzeitige Diagnose und unterstützende Behandlung können die Heilungschancen verbessern.
Impfung als wirksamer Schutz
Die Impfung stellt den wichtigsten chut gegen eine Erkrankung durch das West-Nil-Virus dar. Die Grundimmunisierung erfolgt je nach Impfstoff in mehreren Schritten und muss anschließend durch regelmäßige Auffruschungsimpfungen aufrechterhalten werden.
Besonders empfohlen wird die Impfung für Pferde, die in Regionen mit nachgewiesenem WNV gehalten werden, oder häufig an Turnieren und Veranstaltungen in diesen Regionen teilnehmen.
Betroffene Bundesländer sind:
> Berlin
> Brandenburg
> Sachsen
> Sachsen-Anhalt
> Niedersachsen
> Schleswig-Holstein
Impfschema:
Grundimmunisierung💉
1. Impfung (Tag 0)
└──▶ 💉 2. Impfung (nach 3–5 Wochen
└──▶ 💉 Booster (nach 12 Monaten)
└──▶ 💉 jährliche Auffrischungsimpfung
Vorbeugende Maßnahmen:
Neben der Impfung können weitere Maßnahmen dazu beitragen, das Infektionsrisiko zu verringern:
> Schutz vor Stechmücken durch Fliegendecken oder Insektenschutzmittel
> Vermeidung von stehenden Wasserstellen in Stallnähe
> Nutzung von Fliegengittern und geeigneten Stallhyginemaßnahmen
Bei Fragen zum West-Nil-Virus oder zur Impfung Ihres Pferdes stehen wir Ihnen jederzeit gerne beratend zur Verfügung.
Ausbruch der Blauzungenkrankheit in Baden-Württemberg
Der Aktuelle Ausbruch der Blauzungenkrankheit (BTV-8) in Baden-Württemberg hat Auswirkungen auf das Saarland und Teile von Rheinland-Pfalz. Das bedeutet, dass alle Landkreise und Regionalverbände des Saarlandes, bis auf die Gemeinden Mettlach und Perl, von dem Mindestradius des gesetzten Sperrgebietes betroffen sind.
Hier gelten also ab sofort besondere Präventionsmaßnahmen.
Das Verbringen innerhalb der betroffenen Gebiete ist weiterhin ohne Einschränkung möglich. Für Tiere, die in BTV-8 freie Gebiete verbracht werden sollen gelten folgende Verbringungsmöglichkeiten:
• Ungeimpfte Tiere müssen mindestens 14 Tage vor dem Transport mit einem Insektizid behandelt worden sein und einen negativen PCR-Nachweis vorweisen. Die entsprechende Beprobung hierzu kann erst 14 Tage nach der Insektizid-Bahndlung durchgeführt werden
Gegen BTV 8 geimpfte Tiere haben deutliche Transporterleichterungen.
Weitere Informationen sind unter https://www.saarland.de/lav/DE/home zu finden.
